Testphase beendet: Hamburg setzt zukünftig auf Linienbusse mit Elektroantrieb

Wenn über Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in Innenstädten diskutiert wird, wird oft vergessen, dass von einer solchen Maßnahme nicht nur Privatpersonen betroffen wären. Denn die meisten städtischen Verkehrsbetriebe setzen auf Linienbusse mit Dieselantrieb. Was nicht zuletzt daran liegt, dass bisher kein Hersteller ein Serienfahrzeug für den Busverkehr mit Elektromotor im Angebot hat. Extra angefertigte Prototypen wie sie bisher in Hamburg getestet wurden, sind hingegen noch deutlich zu teuer: Die Anschaffungskosten lagen bei bis zu 800.000 Euro – ein Dieselbus hingegen kostet nur rund 300.000 Euro. Die Hamburger Hochbahn (HHA), Betreiber des Linienbusnetzes der Stadt, hat sich nun dennoch für den Umstieg auf emissionsfreie Antriebe entschieden: In einer ersten Ausschreibungsrunde sollen zunächst 30 Elektrobusse angeschafft werden.


In Hamburg kommen bald die ersten Elektrobusse zum Einsatz. Bild: Hamburger Hochbahn

Mehrere Städte wollen die Nachfrage bündeln

Die Verkehrsbetriebe verschiedener Großstädte wie Köln, Hamburg, Berlin und München planen zudem, beim Einkauf der emissionsfreien Fahrzeuge zu kooperieren. Durch diese Bündelung der Nachfrage soll der Prozess hin zu einer Serienproduktion bei den Herstellern beschleunigt werden. Ähnlich gehen auch einige US-Städte und Bundesstaaten beim Thema Elektroautos für die Fahrzeugflotten der Behörden vor. Die dreißig Busse für Hamburg müssen zudem ganz konkrete Anforderungen erfüllen. Die wichtigste: Auch bei laufender Heizung oder Klimaanlage muss eine Reichweite von 150 Kilometern garantiert sein. Damit könnte dann ein erheblicher Teil der Routen befahren werden. Grundsätzlich wird aber auf einigen Strecken auch eine größere Reichweite benötigt. In der zweiten Ausschreibungsrunde soll daher ein Mindestwert von 200 Kilometern verlangt werden.

Insgesamt müssen 1.500 Linienbusse ersetzt werden

Die Hersteller sehen in der Umrüstung der Busflotten der Städte ein potentielles Milliardengeschäft. So müssen alleine in Hamburg rund 1.500 Linienbusse durch eine emissionsfreie Alternative ersetzt werden. Den aktuellen Planungen zufolge wird dieser Prozess erst Mitte der 2030er Jahre komplett abgeschlossen sein. Teuer wird aber nicht nur die Anschaffung der Busse selbst, sondern auch der Aufbau der entsprechenden Ladeinfrastruktur. Alleine die Hamburger Hochbahn kalkuliert dafür mit Kosten in Höhe von 400 Millionen Euro. Auch das Stromnetz der Stadt muss entsprechend aufgerüstet werden: Alleine am Betriebshof City Nord sollen 240 Busse gleichzeitig geladen werden können – was soviel Strom verbraucht wie eine Kleinstadt mit 40.000 Einwohnern.

Via: Hamburger Hochbahn

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